FPÖ-recht extremer Narrensaum

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Im Jahr 2013 rechtfertigte der OÖ-Landesparteivorsitzende der FPÖ Manfred Haimbuchner den rechten Rand seiner Partei so:

Jede Partei hat eben einen Narrensaum. Die FPÖ hat eben diesen Narrensaum, den gibt es. Bei uns schaut man natürlich  auch zu Recht – mit Argusaugen auf diesen Rechtsaußen-Rand. Und dieser Rechtsaußen-Rand holt die Partei immer wieder ein“. (0)

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Manfred Haimbuchner -Landesparteivorsitzender der FP-OÖ rechtfertigt den recht extremen Narrensaum seiner Partei

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Nach außen hin, will die Partei mit rechtsaußen Typen nichts zu tun haben. Schaut man der FPÖ jedoch in die Karten, erkennt man sehr schnell eine enge Zusammenarbeit mit recht extrem orientierten Personen. So kursiert eine Verteilerliste, verfasst von der FPÖ-Linz,  von Abonennten eines in OÖ ansässigen recht extremen Wochenmagazins.

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Abo-Verteilerliste eines recht extremen Wochenblattes – Abonnenten sind fast ausschließlich FPÖ-Mitglieder

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Auch recht extreme Mitarbeiter finden sich immer wieder bei der FPÖ ein. Und bevor Medien Wind bekommen, verschwinden diese recht schnell wieder aus öffentlichen Webseiten. Sie arbeiten aber weiterhin mit einer FPÖ zusammen.

Einen schillernden Platz nimmt bei der FPÖ-OÖ der ehemalige „Bund freier Jugend“ unter der Co-Führung eines Stefan Magnet ein. Dieser ist heute nicht nur für die FPÖ tätig, er arbeitet auch als Journalist für den „Wochenblick“, leitet den Fan-Club von „Wochenblick“, zeigt sich verantwortlich für den rechten Internetsender  „AUF1“, schreibt Bücher und betreibt die Kommunikationsfirma „medienlogistik.at“, die ihren Sitz just auch dort hat, wo eben auch „Wochenblick“ residiert.

Der österreichische Verfassungsschutz schrieb im Jahr 2008 über den „Bund freier Jugend“ (BfJ):

Diese  Organisation hat durch ihre Aktivität im Jahr 2007 gezeigt, dass sie als wesentlicher Träger und Erhalter rechtsextremen Gedankengutes fungiert“ (Verfassungsschutzbericht 2008, Seite 22).

Im Jahr 2005 löste sich der „Ring freiheitlicher Jugend“ (RfJ) auf und wechselte ins BZÖ als „Generation Zukunft Österreichs„. Der damalige FP-Landesparteiobmann von OÖ, Lutz Weinzinger holte anstelle des alten RFJ den „Bund freier Jugend“ ins Boot. Lutz Weinzinger meinte damals:

„Den RFJ hat es auf einmal nicht mehr gegeben, und wir haben einen neuen RFJ aufgebaut. Inzwischen hat sich eine Gruppe junger Buben zusammengetan, die haben gesagt, na, einen RFJ gibt´s nicht und wir sind rechtsgerichtete und rechts stehende Jugendliche und haben diesen ´Bund freier Jugend` gegründet. Aber nicht als Verein, sondern einfach so als lose Vereinigung. In dieser losen Vereinigung, weil sie eben nicht ordentlich im Griff war.“

Für Weinzinger waren die BfJ-Burschen  „Dummlacks“ und es war „nicht so tragisch, was die da aufgeführt haben„.  Als Weinzinger gemeinsam mit den jungen Blauen im Land wieder eine RFJ-Landesgruppe aufgebaut hatte, „waren gewisse Freundschaften von BfJlern und RFJlern und ich habe von vornherein klargestellt, die BFJler können Mitglieder des RFJ werden, aber den  BfJ den gibt´s bei uns nicht. Daraus hat man konstruiert, dass wir vom BfJ unterwandert sind. Aber das wäre völlig falsch gewesen, weil der BfJ waren vielleicht 25 Buben und der RFJ hat inzwischen an die 1000 Mitglieder in Oberösterreich.  (1)

Was Lutz Weinzinger in seinem Interview damals verschwiegen hatte, war der Umstand, dass sich zwar der „Bund freier Jugend“ physisch aufgelöst hatte, die recht extreme Einstellung aber forthin in der FPÖ vertieften, manifestierten und bis heute daran festhalten. Den recht extremen Narrensaum wird eine FPÖ wohl nie abschütteln können, auch wenn die Verantwortlichen immer wieder lauthals verkünden, dass derartiges Gedankengut in ihrer Partei nichts verloren habe.

Verantwortliche des  „Bund freier Jugend“ , die damalige Jugendorganisation der AFP (4),  standen im Jahr 2008 in Wels vor Gericht wegen Wiederbetätigung. Dies war der Grund ihrer Auflösung. Die Angeklagten wurden zwar freigesprochen, aber der Spuk nationalsozialistischen Gedankengutes setzte sich im Blog „Alpen-Donau.info“ fort. Und mit Gottfried Küssel, einem der Betreiber von „Alpen-Donau.info“ marschierte Stefan Magnet schon mal bei einer Veranstaltungen eines Lutz Weinzinger in Braunau, anlässlich einer Palm-Gedenkfeier, kräftig mit. Und mit ihm der „Bund freier Jugend“ und so mancher FPÖ-Funktionär.

Und dass auch Manfred Haimbuchner wenig Berührungsängste mit der braunen Vergangenheit hat, zeigt die Feier der FPÖ in einem Gasthaus in Mettmach im November 2016, wo nicht nur 60 Jahre FPÖ gefeiert wurde, sondern auch dem Gründungsvater der FPÖ und überzeugten Nationalsozialisten Anton Reinthaller gehorsamst gehuldigt wurde. (2)

Wie eng Stefan Magnet mit der FPÖ verbunden ist, lässt sich auch an einer gemeinsamen Reise des Führungskaders der FPÖ nach Russland erkennen. Auch wenn Stefan Magnet es in Interviews bestreitet, je an einer derartigen Reise teilgenommen zu haben, es gibt Bilder darüber und über ihn. Neben Stefan Magnet nahm auch der ehemalige Linzer FPÖ-Vizebürgermeister Detlef Wimmer teil, der in seinen jungen Jahren schon mal gemeinsame Wanderungen mit dem „Bund freier Jugend“ unternahm, was mit ein Grund war, warum Detlef Wimmer damals vom österreichischen Bundesheer entordert wurde. Heute ist Wimmer nicht mehr Vizebürgermeister von Linz. Er wurde aufgrund eines undurchsichtigen amourösen Abenteuers im Linzer Rathaus von fast allen Ämtern enthoben und fristet heute sein Dasein als einfacher Rechtsanwalt in Linz, in einer kleinen Kanzlei eines recht extremen Burschenschafters, was Detlef Wimmer allerdings nicht daran hindert, sich auch weiterhin mit Offizierstiteln des österreichischen Bundesheeres zu schmücken.

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OÖN 21. September 2021

Unter der Überschrift „Freiheitliche vergleichen Corona-Politik mit NS-Zeit“ brachten die OÖN am 21. September 2021 einen Artikel über FPÖ-Funktionäre, die Corona verharmlosten oder die Maßnahmen im Kampf gegen das Virus mit der NS-Zeit verglichen.

„Auf facebook toben sich einige impfkritische oberösterreichische FP-Funktionäre aus“, so die OÖN.

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Hannes Stempfer (FPÖ-Höhnhart – Aspach), https://www.facebook.com/hannes.stempfer

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Die Jagd auf Menschen kann nun wieder beginnen“ – darunter ein Judenstern mit Text „nicht geimpft“. Dieses Posting stammt von Hannes Stempfer, Gemeinderat der FPÖ in Höhnhart. Er hat es im Dezember auf facebook gestellt, mittlerweile aber gelöscht.

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Vergleiche der Corona-Maßnahmen und Impfungen mit der NS-Zeit durch oberösterreichische FP- Funktionäre finden sich mehrere in dem digitalen Netzwerk.

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Franz Pointinger (FPÖ Grieskirchen) https://www.facebook.com/franz.pointinger

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Seit August ist auf dem Profil von Franz Pointinger, Vizebürgermeister und Bürgermeisterkandidat in Grieskirchen, ein Bild zu sehen mit dem Text: „Wie konnten sich die Massen unter Hitler nur so dumm manipulieren lassen? Die Corona-Trottel von heute geben uns die Antwort.“ „Pointinger „gefällt“ dieser Vergleich.

 

Martina Handlbauer (FPÖ Grünbach) https://www.facebook.com/martina.handlbauer

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Die Mühlviertler Landtagskandidatin Martina Handlbauer aus Grünbach hat im August drei Postings geteilt, die Vergleiche der Corona Politik mit Medizinexperimenten unter den Nationalsozialisten und mit dem Ausschluss der Juden nahelegen. In einem Posting steht neben einem Prozessfoto: „Der Nürnberger Kodex wurde eingeführt, damit Menschen nie wieder zu medizinischen Behandlungen gezwungen oder genötigt werden.“ In einem anderen Posting mit einem Foto aus der NS-Zeit ist eine Frau zu sehen, der ein Schild mit der Aufschrift „Ich bin aus der Volksgemeinschaft ausgestoßen“ um den Hals gehängt wurde.

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Harald Wintersteiger (FPÖ St. Florian am Inn) https://www.facebook.com/profile.php?id=100009385676747 

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Der Vizebürgermeister und Bürgermeisterkandidat von St. Florian am Inn, Harald Wintersteiger, hat in einem Posting im Juni die Theorie in den Raum gestellt, dass ohne PCR-Tests und Berichterstattung in den Medien „diese Pandemie“ nicht stattgefunden“ hätte.

Dass sein Denken nicht gerade zur schlauesten Ebene menschlicher Wahrnehmung  zählt, beweist nachstehender Auszug aus einer Chronik, als in Wien die Cholera wütete:

Im Jahr 1873 grassierte in Wien die Cholera. Wegen der gerade stattfindenden Weltausstellung wollten die Wiener Cholera-Horrormeldungen vermeiden. Doch alles Vertuschen war zwecklos. Hotelgäste starben, internationale Besucher reisten ab. Österreichische Adelige zogen sich aus Furcht vor der Seuche auf ihre Landsitze zurück und der persische Schah, der Wien einen Besuch abstattete, mied zusehends offizielle Termine. Die ausländischen Medien waren alarmiert: „Ohne jeden Zweifel ist das Wiener Wasser ungenießbar“, so der Tenor internationaler Berichterstatter.

 

Erwin Schreiner (FPÖ-OÖ)

Auf OÖN-Anfrage nimmt FP-Landesparteisekretär Erwin Schreiner Stellung:

„Unzutreffende politische Vergleiche oder Gleichsetzungen mit der NS-Diktatur, denen auch wir als Partei uns immer wieder ausgesetzt sehen, werden von uns nicht gutgeheißen. Wir versuchen deshalb, auch über unsere Parteistruktur hinaus für dieses Thema zu sensibilisieren. Jeder Bürger und Funktionär habe das Recht, seine Meinung frei zu äußern, solange diese nicht gegen Gesetze verstoße. Genauso steht die Wertung der geäußerten Meinung jedem frei. (3)

 

Und wie argumentiert Stefan Magnet Vorwürfe gegen ihn?

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Stefan Magnet, rechtsaußen in allen Lebenslagen

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Gleich vorweg: Stefan Magnet will sich nicht rechtfertigen, er will nur sein Buch verkaufen.

„Ich rechtfertige mich nicht gegen diese primitiven Anwürfe. Wer wissen möchte, wie ich wirklich denke, der kann das Buch hier bestellen als Buch oder eBook“: https://buch.stefan-magnet.at

Und Stefan Magnet in seinem Statement weiter:

„Ich habe mit dem Buch im ersten Lockdown begonnen und versucht verständlich darzulegen, warum wir uns tatsächlich an einem Scheideweg befinden: Aufgang oder Untergang. Die alten Systeme sind überholt und der Mensch drängt ans Ende einer 2.000 jährigen Suche nach seinem Sinn. Eigenverantwortung, Selbstbestimmung, ERWACHEN: Wir haben die Chance, dies jetzt für uns zu finden. Das wissen die Globalisten und wollen daher ihre Form der „Neuen Weltordnung“ diktieren, ohne Rücksicht auf Verluste. Das Buch kommt gerade richtig: Die mediale Hetzjagd gegen meine Person nimmt neue Dimensionen an. („rechtsextremer Hetzer“, „aggressiver Corona-Leugner“)

Wir warten ab. So manches Buch fand sich früher oder später um 20 Cent am Flohmarkt wieder.

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Links

(0)  APA  https://www.salzburg24.at/archiv/fpoe-chef-haimbuchner-raeumt-problem-mit-rechtsextremem-rand-ein-43011730

(1) Buch HC Strache . Sein Aufstieg.Seine Hintermänner . Seine Freunde – Nina Horaczek und Claudia Reiterer – Gespräch mit Lutz Weinzinger vom 10.12.2008

(2) https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/innviertel/Mettmach-Aufregung-um-Ehrung-fuer-SS-Brigadefuehrer;art70,2411009

(3) OÖN 21.09.2021 – agenturen -facebook-dahamist-stopptdierechten-alpendodeln-rechtsdrall-FPÖwatch

(4)  Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AFP) https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsgemeinschaft_f%C3%BCr_demokratische_Politik

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