Gudenus schwer unter Beschuss


Wien: Ist Johann Gudenus (FPÖ) eine politische Fehlbesetzung? Nach der katastrophalen Wahlniederlage Norbert Hofers zum Bundespräsidenten in Wien, gerät  Stadthalter Johann Gudenus (FPÖ) schwer unter Beschuss. Wird der Kronprinz abdanken müssen? Noch wird nach außen hin keine Kritik laut, nach innen mehren sich aber die Stimmen, die Wien unter Gudenus als die blaue Schwachstelle qualifizieren. Dabei ist formal Strache Obmann der Wiener Landespartei.

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Die OÖN berichten in ihrer Ausgabe vom 12. Dezember 2016 ausführlich über das blaue Problem.

Gudenus gerät nach Hofburg-Wahl unter Beschuss

Norbert Hofers katastrophales Abschneiden in Wien schwächt Straches Statthalter.

Nach der verlorenen Hofburg-Wahl hatte FP-Obmann Heinz-Christian Strache angekündigt, mit den Vorarbeiten für die Nationalratswahl zu beginnen. Zu tun ist genug: Den größten Aufholbedarf hat er aber in seiner eigenen Landesgruppe. In keinem anderen Bundesland hat Norbert Hofer ein so schlechtes Wahlergebnis eingefahren wie in Wien. Dort kam er auf magere 34 Prozent. Zum Vergleich: Österreichweit erzielte Hofer 46 Prozent, im Burgenland gar 58 Prozent. Parteiintern wird vor allem eine Person dafür verantwortlich gemacht: Johann Gudenus. Zwar ist Strache formal Obmann der Landesgruppe, doch führt sein Statthalter Gudenus die Partei. Ohne Wien kann Strache sein Wunschziel, Bundeskanzler zu werden, nicht erreichen. Dessen ist man sich auch in der Partei klar.

Nach außen wird keine Kritik laut, doch intern mehren sich die Stimmen, die Wien als blaue Schwachstelle qualifizieren. Der 40-jährige Gudenus durchlief eine Vorzeigeausbildung: Matura am Theresianum, Jusstudium, ein Master für Internationale Studien an der Diplomatischen Akademie. Mit Strache fährt er regelmäßig auf Urlaub und organisiert Kontakte nach Russland.

Als Kommunalpolitiker sei der freiheitliche Vizebürgermeister hingegen eher eine Fehlbesetzung, heißt es. Er gilt als zu distanziert und abgehoben. Beim FP-Wähler in Simmering fühlt sich der Adelsspross nur bedingt wohl. „Wenn Gudenus im Fernsehen auftritt, schadet das der FPÖ“, ärgert sich ein Blauer. Die Wiener FP steht zu Gudenus, doch in den Bundesländern sieht man die Rolle des Wiener Kronprinzen kritischer.

Langfristig fallen Misserfolge in Wien auch auf Strache zurück. Der blaue FP-Obmann ist vorerst noch nicht gefährdet. Auch habe Hofer keine Ambition, am Sessel des Obmanns zu sägen, heißt es. Inhaltlich sieht Oberösterreichs FP-Chef Manfred Haimbuchner Handlungsbedarf: Er sprach sich zuletzt dafür aus, in Europafragen eine klarere Linie zu fahren und Frauen stärker anzusprechen. Vorzeitige Nationalratswahlen sind derzeit aber ohnehin kein Thema: 51 Prozent der Österreicher gaben in einer Umfrage für „profil“ an, dass die Regierung bis 2018 im Amt bleiben soll.

Quelle: http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/innenpolitik/Gudenus-geraet-nach-Hofburg-Wahl-unter-Beschuss;art385,2426876


#Johann Gudenus, #Bundespräsidentenwahl 2016, #Manfred Haimbuchner

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