„Wunderheiler“ Hamer verstorben


Selbst ernannter „Wunderheiler“ Hamer gestorben

Der ehemalige deutsche Arzt und selbst ernannte Wunderheiler Ryke Geerd Hamer ist tot. Das berichtete gestern Abend die Tageszeitung „Der Standard“ (Onlineausgabe). In Österreich war Hamer 1995 durch den „Fall Olivia“ bekannt geworden.

Hamer riet damals den Eltern der sechsjährigen krebskranken Niederösterreicherin Olivia Pilhar von einer schulmedizinischen Behandlung ihrer Tochter ab. Sie flüchteten mit dem Kind nach Spanien, um die Chemotherapie zu verhindern. Nach der Rückkehr nach Österreich wurde das Mädchen mit Operation und Chemotherapie behandelt und letztlich geheilt.

Familie glaubt noch immer an Hamers Theorien

Die Familie Pilhar vermarktet aber bis heute Hamers Methode der „Neuen Germanischen Medizin“ in Österreich. Sie bestätigte gegenüber dem „Standard“ (Onlineausgabe) auch, dass Hamer am Sonntag im Alter von 82 Jahren verstorben ist. „Man kann davon ausgehen, dass es ein Schlaganfall war“, sagte Erika Pilhar gegenüber der Zeitung.

Hamer war 1986 die Zulassung als Arzt entzogen worden. Mehrmals versuchte er, seine Approbation wiederzubekommen. Zuletzt lehnte das Verwaltungsgericht Frankfurt am Main im Februar dieses Jahres einen entsprechenden Antrag ab.

„Staatsverweigerer“ und Verschwörungstheoretiker

Ab 1990 führte Hamer in der steirischen Gemeinde Burgau ein „Zentrum für neue Medizin“, das erst fünf Jahre später behördlich geschlossen wurde. Die „Neue Germanische Medizin“ basiert auf Hamers Annahme, dass Auslöser einer „sogenannten Krankheit“ immer ein „biologischer Konflikt“ sei. Hamer war laut „Standard“ auch im Umfeld der Reichsbürgerbewegung aktiv und verbreitete demzufolge auch antisemitische Verschwörungstheorien.

Quelle: ORF.at  http://orf.at/#/stories/2398035/ 


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